Büke Schwarz

10.5.2021 (MO) • 19:00 Uhr
Stadtbücherei Bochum
Gustav-Heinemann-Platz 2-6 • 44787 Bochum
Parken vor Ort: P3 am Rathaus • Bahn: U35 bis „Bochum Rathaus (Nord)“

Büke Schwarz (Jein)
Künstlergespräch • Q&A • Signieraktion • Moderation: Tillmann Courth

Abendkasse: € 4 / erm. € 2
Begrenzte Publikumszahl, daher Anmeldung erforderlich bei: ticket@gralinen.de
Bitte mit Mund-Nasen-Schutz zu den Terminen erscheinen.

Jein (2020), Jaja Verlag

Die Protagonistin Elâ Wolf ist Künstlerin, Berlinerin und Halbtürkin. Wobei letzteres ihrer Meinung nach nichts mit ihrer Kunst und eigentlich auch nichts mit dem Rest ihres Lebens zu tun hat …

Bis zum 16. April 2017, dem Tag des berüchtigten Verfassungsreferendums, mit dem der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan die Demokratie in der Türkei aushebelte. Mit dem Sieg der „JA”-Fraktion sieht sich Elâ zum ersten Mal mit der politischen Wirklichkeit in ihrer zweiten Heimat konfrontiert. So stellt sich ihr immer dringlicher die Frage, ob sie sich mit der gesellschaftlichen Lage künstlerisch auseinandersetzen muss, und falls ja, auf welche Weise.

„Jein“ ist sowohl der Titel von Büke Schwarz’ Graphic-Novel-Debüt als auch der Titel einer in der Geschichte stattfindenden Kunstausstellung. Jein steht häufig im engen Zusammenhang mit Entscheidungsschwäche, oder Vermeidungsverhalten. Heutzutage scheint es verpönt zu sein, essentielle Fragen in der Politik, Kunst oder anderen Bereichen mit Jein zu beantworten. Eine klare Positionierung wird eingefordert, auch wenn die Zusammenhänge komplex sind, und genau das ist auch die persönliche Herausforderung, der sich Elâ Wolf stellen muss, als sie mit anderen Berliner KünstlerInnen die Ausstellung „Jein“ plant. Als wäre das nicht schon genug, taucht überraschend ihr konservativer Vater auf und sie wird zu weiteren Entscheidungen genötigt.

In ihrem Debüt hat Büke Schwarz mit bemerkenswerter Lockerheit und Klarheit eine unterhaltsame, humorvolle Geschichte gezeichnet ohne Scheuklappen, ohne dabei zeitaktuelle Fragen nach kultureller Identität und politischer Partizipation aus den Augen zu verlieren. Herausgekommen ist eine deutsch-türkische Graphic Novel über Kultur, Politik, Identität, Kunst und den ganzen Rest.

Pressestimmen

„In ihrem Comic „Jein“ beschäftigt sich Büke Schwarz mit dem Einfluss des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan in Deutschland.“ deutschlandfunkkultur.de
„Mit ihren Tuschezeichnungen in vielen Graustufen unterstreicht Büke Schwarz die thematisierte Positions-Grauzone auch optisch und sorgt mit ihren detaillierten Panels voller raffinierter Anspielungen immer wieder für neue Aha-Momente.“ – sueddeutsche.de

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Zum Moderator: Tillmann Courth

Als Schüler schon angefixt von MAD, ZACK und ersten Nachdrucken klassischer Comics hat Tillmann Courth dann doch studiert und einen Magistergrad in Kommunikationsforschung und Germanistik an der Universität Bonn erworben (nicht gekauft).
Nach einigen Jahren als Kulturjournalist trieb es ihn auf die Bühne, wo er 13 Jahre lang als Conférencier und Kabarettist wirkte.
Seit 2011 widmet sich Courth als Blogger der journalistischen Aufarbeitung des (seiner Meinung nach) spannendsten Kapitels der Comic-Geschichte: die frühen 1950er-Jahre im US-amerikanischen Comic. Dort speziell die Geburt und chaotische Kindheit der Horror-Comics. Die daraus resultierende Webseite Fifties Horror ist noch online (fifties-horror.de).
2014 steigt Courth beim Portal Comicoskop ein und erweitert sein Spektrum auf alle Spielarten der Neunten Kunst. Des Weiteren betreibt er den Kulturblog tillmanncourth.de und ist Redakteur beim Fachmagazin Comixene.